Don’t Panic: Panik erschwert Deine Strategieumsetzung

Ich nehme gerade an einer Challenge zum Thema Sichtbarkeit teil, bei der jeden Tag neuer Input kommt. Das ist einerseits gut, weil es mir hilft an einigen Themen auch zu arbeiten und anderseits schlecht, weil es mir aufzeigt, dass ich noch einen riesigen Berg vor mir habe. Ständig poppt was Neues auf und überall merke ich, dass ich mich weiterentwickeln muss. Wenn Dir das ähnlich geht, verfall nicht in Panik. Panik ist wie Gift und ein schlechter Ratgeber bei Deiner Strategieumsetzung. Panik behindert uns dabei, erfolgreich mit unserem Unternehmen zu sein.

 

Es gibt tausend Gründe für Panik als Unternehmer

Es gibt zig Gründe, warum Du als Unternehmer/in in Panik verfallen könntest. Hier sind nur einige Beispiele, die meine Klienten oder ich schon mal erlebt haben:

  • Der Blick auf Dein Konto versetzt Dich in Panik, weil Du nicht weißt, wie du im nächsten Monat Miete oder Gehälter bezahlen sollst.
  • Du fängst an Dich mit einem neuen Thema zu beschäftigen und merkst, dass es super viele Menschen da draußen gibt, die viel weiter sind als Du.
  • Du stellst erschrocken fest, dass es deutlich länger dauert, als Du dachtest, bis Deine Bemühungen Früchte tragen. Die Früchte sind aber dringend notwendig (siehe Kontoauszug)!
  • Dein Konkurrent hat wieder einmal die unfassbar gute Idee gehabt, mit der er augenscheinlich total viel Sichtbarkeit generiert und Du weißt nicht, wie Du das toppen kannst.
  • Es wird Dir vor Augen gehalten, dass Du an ca. 1000 Stellen arbeiten musst und weißt eigentlich nicht wo Du damit anfangen solltest.

 

Bei Panik: Weglaufen, Angreifen oder Totstellen

Wenn wir als Menschen Angst bekommen oder Stress haben, tendieren wir dazu entweder wegzulaufen, anzugreifen oder uns tot zu stellen. Im Business ist das Äquivalent dazu, dass wir vielleicht einfach alles hinwerfen, in blinden Aktionismus verfallen oder so tun, als wäre das Problem überhaupt nicht da. Keine dieser Strategien, die uns vor einigen 1000 Jahren noch das Leben gerettet hat, hilft uns bei der Strategieumsetzung.

Weglaufen: Nur weil es schwierig ist, solltest Du nicht gleich aufgeben. Das ist nichts anderes als weglaufen. Wer weiß, was Du alles schönes verpasst, wenn Du weitermachst. Du hast Dich doch auch aus einem bestimmten Grund selbstständig gemacht. Du wolltest was bewegen.

Angreifen: Blinder Aktionismus hilft uns im Geschäft leider nicht weiter. Dadurch passieren nur schnell Fehler. Wir werden ungeduldig, konzentrieren uns auf die falschen Dinge, lassen uns zu Angeboten verleiten, die nicht zu uns passen und fallen auf Lockangebote herein. Es kann auch passieren, dass man zarte Pflänzchen tötet, weil man versucht, sie mit Gewalt zum wachsen zu bringen. Aber leider wächst das Gras nicht schneller, nur weil  man daran zieht. Es reißt höchstens ab.

Totstellen: Das Problem zu ignorieren bringt Dich auch nicht wirklich weiter. Klar kannst Du das versuchen, aber es ist immer noch da. Und jetzt wo Du weißt, dass es da ist, kannst Du auch nicht mehr so ruhig schlafen, wie in der Zeit bevor Du von dem Problem wusstest. Es steckt jetzt in Deinem Unterbewusstsein und macht dort Unfug. Es führt auch dazu, dass Du Dich eventuell mit Unwichtigem ewig aufhältst, weil Du Dich nicht an die wirklich wichtigen Probleme ran traust.

 

Panik gibt es auch im Business.

Panik im Business ist ein wirklich schlechter Ratgeber. Aber wie kommt es dahin? Sollten wir dort nicht besonders rational sein?

Vor ein paar Tagen habe ich einen Vortrag darüber gehalten, wie Emotionen unsere Entscheidungen bestimmen. Es ist effektiv so, dass wir (je nach Quelle) nur 30-1% unserer Entscheidungen rational treffen. Das hat sich Freud in den 60er Jahren schon ausgedacht. Er meinte, dass 90% unserer Entscheidungen unbewusst ablaufen. 2004 hat die Neuropsychologie das noch mal überprüft und herausgefunden, dass bereits 300 Millisekunden, bevor wir eine rationale Entscheidung treffen ein Impuls aus dem Limbischen System kommt. Also aus unseren Instinkten.

Das muss man sich mal vorstellen: Wir Menschen handeln hauptsächlich nach unserem Instinkt. Auch im Business? Ja, auch da. Auch wenn wir Ökonomen uns immer alle Konzepte und Methoden mit dem Homo Ökonomikus schön reden… In Wahrheit sind wir immer noch auch im Geschäft triebgesteuert. Wir legen unseren genetisch einprogrammierten Entscheidungsweg nicht einfach ab, bloß weil wir mit dem Vorstand von der XY AG reden. Deswegen wirkt Panik und Angst auch im Business. Und Du hast es doch auch manchmal und kannst es nicht verhindern. es ist eben wir Gift, was unsere Gedanken vernebelt.

 

Rein rationale Entscheidungen machen uns nicht glücklich

Unterm Strich entscheiden wir demnach alle emotional. Aber je mehr Strukturen und Regeln es für das Fällen von Entscheidungen und das Umsetzen von Strategien gibt, desto mehr Zeit verbringen wir damit, Rechtfertigungen und Argumente für unsere emotionalen Entscheidungen zu finden. Frag Dich doch mal selbst, ob Du Dich nicht auch schon mal beim Schreiben von Pro/Contra Listen manipuliert hast, damit das rauskommst, was Du eigentlich willst.

Das passiert tatsächlich häufiger als man denkt, dass Entscheidungen mit komplizierten Entscheidungsbäumen und Matrizen und Tabellen gefällt werden und hinterher dann doch umgeworfen werden. Wir fühlen uns dann mit der rationalen Variante einfach nicht wohl und nehmen die emotionale Variante, bei der wir uns besser fühlen. Damit das auch auf dem Papier gut aussieht, wird die Gewichtung von Kriterien verbessert, vielleicht doch ein Stern mehr vergeben, oder ein Punkt dazugedacht …

Ja… fairerweise muss man sagen: Es gibt sie da draußen. Die Menschen, die hauptsächlich rational handeln. Aber das sind nur ca. 10-30% der Menschheit. Die Chancen stehen also gut, dass Du so ein emotionaler Entscheider bist. Sonst hättest Du jetzt auch keine Panik.

 

Wieso Panik Deine Strategieumsetzung erschwert

Jetzt passiert folgendes. Du hast Dir eine unfassbar tolle Strategie zurechtgelegt. Es ist für den Moment auch völlig egal welche. Eine Strategie hat aber den Nachteil, dass sie ein langfristiges Ziel enthält. Etwas, auf das man vielleicht ein Jahr oder auch zwei, drei darauf hinarbeitet.

Wir wissen jetzt, dass Du (Deine Kunden natürlich auch) emotional handelst. Das muss man eben einfach mal akzeptieren, auch wenn Du es Dir sonst erfolgreich ausredest. Jetzt arbeitest Du daran, Deine Strategie umzusetzen. Aber weil Du Panik hast, weichst Du immer wieder vom Plan ab.

Nehmen wir an, Du hast herausgearbeitet, dass eine bestimmte Zielgruppe dich besonders weit bringen würde. Aber weil Du Angst hast, dass es doch nicht funktioniert, nimmst Du doch den Auftrag von Kunde P an. Wider besseren Wissens.  Du weißt, er bringt Dich nicht weiter, er raubt Dir zu viel Zeit um wirklich an Deinen Herzensthemen zu arbeiten und er bezahlt zu schlecht. Und trotzdem machst du es. Bloß weil Du Panik hast.

Deswegen wirst Du mit Deinen emotionalen Entscheidungen nie da rauskommen, wo Du eigentlich hin willst. Panik wird Dich immer bei Deiner Strategieumsetzung behindern. Es macht Dich auch ungeduliger und Du fängst an, Deinen Kunden auf den Keks zu gehen. Entweder Du sparst es Dir einen Plan zu machen, weil Du ja ohnehin nie an Deinem Ziel ankommst oder Du arbeitest an Deiner Herangehensweise.

 

Mit welcher Herangehensweise kannst Du Deine Strategie umsetzen?

Schritt 1: Werde Dir bewusst, dass Du aus Panik heraus handelst. Versuch Dich zu hinterfragen, warum Du gerade das genauso tun willst. Wenn Du feststellst, dass Angst Dein Antreiber ist, versuch Dich mal einen Moment zurückzunehmen. Frag dich doch, ob Du Dich auch so entscheiden würdest, wenn Du gerade nicht die Pistole auf der Brust spüren würdest.Würdest Du auch so handeln, wenn Du jetzt schon reich und berühmt wärst und keine Sorgen hättest. Wenn die Antwort nein ist, versuch eine andere Lösung zu finden. Irgendwas, was Dich näher ans Ziel bringt. DAS ist nicht der leichte Weg. Wirklich nicht. Aber es ist der einzige Weg, der Dich ans Ziel bringt. Du willst das Ziel schließlich erreichen, weil Dich der jetzige Zustand unglücklich macht. Sonst bräuchtest Du keine Angst haben.

Schritt 2: Handle mit Kontinuität. Setz Dir Jahres- oder Wochenziele (z.B. am Ende des Jahres will ich eine Suchmaschinenoptimierte Webseite haben oder am Ende der Woche will ich das Angebot für XY fertig haben) und nimm Dir jede Woche/Tag einen kleinen Aspekt vor, der dich näher ans Ziel bringt. Nicht jedes Thema ist super dringend. Aber wenn Du kontinuierlich an Deinen Themen arbeitest, kommst Du Deinem Ziel immer einen kleinen Schritt näher. Das fühlt sich total gut an und verhidnert Panik. Außerdem wirkt dann der große Berg nicht so furchteinflößend, wenn man ihn immer Schritt für Schritt erklimmt.

Schritt 3: Klingt einfach und banal, ist es aber nicht: Liebe Deine Kunden. Wenn Du Deine Kunden magst und ihnen was Gutes tun willst, verfällst Du meist nicht in Panik. Atme mal durch und überleg, Dir, was sie jetzt von Dir brauchen könnten. Das bringt Dich dazu geduldiger zu sein. Oftmals bekommst Du so viel zurück, dass Du Dir keine Gedanken machen musst und Du einfach mit einem guten Gefühl Dein Unternehmen aufbauen kannst. (Es darf nur nicht Überhand nehmen. Du bist schließlich nicht Maria Theresa).

 

Wie machst Du das?

Und? Wie gehst Du mit Panik im Business um? Wie verhinderst Du das Angst Dich bei der Strategieumsetzung behindert? Wenn Du Wege gefunden hast, mit Deiner tagtäglichen Panik umzugehen, die ich hier nicht aufgezählt habe, freue ich mich über Kommentare hier oder bei Facebook oder private Nachrichten.

 

Bild: Pixabay

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Ich würde mich freuen, wenn Dir der Beitrag geholfen hat, mit Deiner Panik umzugehen. Falls Du gerne mehr Tipps wie diesen haben willst, kannst Du Dich gerne in meinen Newsletter

Ich bin Jasmin Grigutsch, Positionierungscoach aus Hannover und helfe mit KundenKarma Dir als Unternehmer dabei Deine Lieblingskunden zu identifizieren und unterstütze Dich dabei sie auch zu erreichen. Falls Dich interessiert, wie das geht, sprich mich doch gerne unverbindlich an. Ich freue mich auf Deine Mail oder Deinen Anruf. Hier geht es zu meinem Kontakt-Formular.

 

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