Vertrieb ist wie Abnehmen: Wie Gewohnheiten Dir helfen

Hat nicht jeder von uns mal versucht ein paar Kilos los zu werden? Ich auch. Ständig. Irgendwie schaffe ich es im Homeoffice super meine Arbeit, aber irgendwie nicht meinen Sport zu organisieren. Letztens habe ich dazu ein total tolles Buch in die Finger bekommen. Das heißt „Kopfsache schlank“ von Iris Zachenhofer. Sie erklärt, wie die Basalganglien im Gehirn funktionieren und wie man die fürs Abnehmen nutzen kann. Naja… am Abnehmen arbeite ich noch, aber ich hatte beim Lesen eine tolle Erkenntnis, wie man das Prinzip der Gewohnheiten auch im Geschäft, wie z.B. beim Vertrieb nutzen könnte. In diesen Beitrag erkläre ich Dir, wieso Vertrieb wie Abnehmen funktioniert.

 

Wie entstehen Gewohnheiten?

Die Basalganglien sind eine bestimmte Region im Gehirn. Wikipedia ist da ein wenig komplizierter, als das Buch von Frau Zachenhofer. Ich habe das so verstanden, dass dort bestimmte Verhaltensweisen gespeichert werden, die man sich eingeübt hat und die man dann wie ein Automatismus abrufen kann. Da ist z.B. der Bewegungsablauf fürs Fahrradfahren oder Schwimmen drin.

Erinnerst Du Dich daran, wie es war Radfahren zu lernen? Mich hat das damals echt gefordert, ständig darüber nachzudenken, wie ich die Beine in der richtigen Weise bewege, das Gleichgewicht halte und die Arme auch noch was anderes machen lasse. Radfahren zu lernen hat nicht gleich geklappt. Ich bin super oft hingefallen. Aber ich bin immer wieder aufgestanden und habe es wieder und wieder versucht. Schließlich wollte ich unbedingt Unabhängigkeit von meinen Eltern erreichen. Mit der Zeit haben meine Arme und Beine es hinbekommen. Ich konnte das Gleichgewicht halten, überlegen wo ich hinfahren will, die Beine im richtigen Rhythmus bewegen und mit den Armen lenken. Alles gleichzeitig. Es hatte sich eingeübt.

Ab dem Zeitpunkt übernahmen die Basalganglien. Immer wenn ich mich aufs Fahrrad setze, startet so ein kleines Programm und es läuft automatisch ab. Heute setze ich mich einfach so aufs Fahrrad und fahre los. Ohne drüber nachzudenken, was der Körper alles so tut und wie aufwendig es war, das alles zu erlernen.

 

Wie übt man neue Verhaltensweisen ein?

Also dieser ganze Bewegungsablauf ist nun in den Basalganglien abgespeichert. Das ist ziemlich praktisch. Weil wir nun unsere Aufmerksamkeit dafür benutzen können, uns auf wirklich Wichtiges zu konzentrieren, wie das Betrachten der Landschaft oder die Unterhaltung mit dem Partner.

Frau Zachenhofer überträgt das nun aufs Abnehmen. Sie sagt, unser Ess- und Sportverhalten im Grunde nur eingeübte Verhaltensweisen sind. Zusammengefasst sagt sie, dass man braucht folgende Schritte braucht:

  1. Man muss sich ein neues Verhalten vornehmen. Am besten findet man eine ganz einfache neue Regel. (Für mich funktioniert: “Jeden Morgen kurz mit Yoga beginnen.” Kurz und knapp und leicht zu merken!)
  2. Man muss für sich selbst eine Verpflichtung eingehen, die man nicht brechen will und Hindernisse aus dem Weg räumen. Ich habe extra eine zweite Yoga Matte für meinen Freund gekauft, damit ich keine Ausrede habe, wenn ich dort aufwache.
  3. Man übt es ein. Dazu gehört auch, dass man sehr geduldig mit sich selbst ist. Sich Fehler verzeiht und wieder von vorn anfängt, wenn man hingefallen ist. Wie beim Radfahren.
  4. Man belohnt sich, wenn es geklappt hat. Zumindest kurz mal innehalten  und sich über das Erreichte freuen. Dann speichert man gute Gefühle mit dem neuen Verhalten ab.
  5. Durchhalten. Weitermachen. Bis man nicht mehr drüber nachdenken muss.

 

Funktioniert das mit den Gewohnheiten wirklich?

Ja. Kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Während meines Highschool-Jahres in den USA hatte ich plötzlich so viel zugenommen, dass ich mir deswegen Inline Skates gekauft habe. Es war anfangs schwierig zu lernen, aber es hat viel Spaß gemacht. Ganz automatisch habe mir angewöhnt, jeden Tag eine kleine Runde zu fahren. Das wurde immer mehr zur Gewohnheit. Nach und nach nahm ich damit auch ab, was mich motivierte immer wieder dran zu bleiben. Und es machte wirklich viel Spaß. Und so kam ich mit meinem Ursprungsgewicht wieder nach Hause.

Aber das mit den Gewohnheiten funktioniert eben auch in anderen Bereichen. Während meiner Diplomarbeit habe ich auch ein Verhalten eingeübt. Ich steckte fest und kam nicht richtig vorwärts. Es gab keinen richtigen Druck von außen und so war alles Mögliche wichtiger z.B. Küchenschränke auswischen. Eines Tages war ich selbst von mir angenervt, dass ich mir vornahm jeden Tag in die Bibliothek zu fahren und dort zu arbeiten. Am Anfang war es hart. Die ersten Tage kam ich erst 1-2 Stunden vor dem Schließen der Bibliothek an. Aber ich bin tapfer trotzdem hingefahren, auch wenn es sich vielleicht nicht wirklich gelohnt hat. Gut war, dass ich dort immer was geschafft habe. Irgendwann, motivierte mich das Ergebnis des Tages so sehr, dass ich immer längere Zeit dort verbringen wollte. Und nach einer Weile war ich immer kurz nach dem Öffnen dort.

Das hilft mir heute mit der Selbstständigkeit auch. Ich habe mir anfangs vorgenommen, am Vormittag auf jeden Fall an meinem Business zu arbeiten. Und es klappt mittlerweile wirklich gut mit dem Aufstehen und mit dem Arbeiten. Im Grunde habe ich das oft schon so gemacht, wie Iris es beschrieben hat.

 

Wie kannst Du  Gewohnheiten für den Vertrieb nutzen?

Hm… ehrlich gesagt ist das ganz einfach. Üb Dir ein Verhalten ein!

Ich habe letztens eine Schulung zu dem Thema besucht und der Trainer meinte, dass man im Vertrieb eine gewisse Regelmäßigkeit braucht. Dass man sich vornehmen sollte, zum Beispiel jeden Tag einen potentiellen Kunden anzurufen oder über Xing etc. anzuschreiben. Offenbar klappt Direktvertrieb immer noch richtig gut. Und die Quoten sind am Telefon noch deutlich besser als per Mail.

Ein Telefonat braucht nicht besonders lange. Du musst es natürlich vorbereiten. Dir wichtige Sätze zurechtlegen und Unterlagen in der Hinterhand haben, die Du dann bei Interesse zuschicken kannst. Wenn Du das erstmal alles hast, ist es wirklich nicht schlimm. Die 10 Minuten kann man locker jeden Tag mal einschieben. Wenn man jeden Tag einmal telefoniert, hat man nach einem Monat 20 potentielle Kunden angerufen. Wenn man das Gespräch gut führt, kann man daraus 5 Termine machen und daraus vielleicht 3 neue Kunden gewinnen. Das finde ich sehr motivierend. Es wäre doch toll, regelmäßig Nachschub an neuen Kunden zu haben. Das macht sich auf dem Konto auch super. Mit Gewohnheiten ist das möglich.

Natürlich funktioniert das Telefonieren nur, wenn Du Business-Kunden hast. Privatkunden darfst Du leider nicht anrufen. Dafür musst Du Dir eine andere Gewohnheit überlegen.

 

Jetzt Du:

Du musst Dir nur etwas fest vornehmen und dann einüben. Am besten Du nimmst etwas mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Nimm Dir Dein Ding für jeden Tag oder für einen bestimmten Tag der Woche vor. Trag den Termin in Deinen Kalender ein oder erzähle einem Partner/Freund etc davon. Damit gehst Du eine Verpflichtung ein. Und dann üb das Verhalten ein, bis Du nicht mehr drüber nachdenken musst. Du wirst merken, dass es mit der Zeit leichter wird. Der Erfolg wird Dich beflügeln.

Ich möchte Dich einladen, mal zu überlegen, wo Du Dir ein Verhalten einüben kannst, was Dich in Deinem Business weiterbringt. Nur eine kleine Regel. Etwas ganz einfaches. Vielleicht ist es kein Vertriebsthema, sondern ein Thema Deiner Arbeitsweise und Organisation. Wo kannst Du “Abnehmen” und Dein Geschäft etwas schlanker und organisierter machen? Wo kannst Du Dir das Leben erleichtern. Wenn Du magst, kannst Du es gerne teilen.

 


Bild: Pixabay


Ich würde mich freuen, wenn Dir der Beitrag geholfen hat, Deinen Alltag mit Gewohnheiten zu organisieren. Falls Du gerne mehr Tipps wie diesen haben willst, kannst Du Dich gerne in meinen Newsletter anmelden.

Ich bin Jasmin Grigutsch, Positionierungscoach aus Hannover und helfe mit KundenKarma Dir als Unternehmer dabei Deine Lieblingskunden zu identifizieren und sie auch zu erreichen. Falls Dich interessiert, wie das geht, sprich mich doch gerne unverbindlich an. Ich freue mich auf Deine Mail oder Deinen Anruf. Hier geht es zu meinem Kontakt-Formular.

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